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Jeder kann jetzt was entdecken:
Etwas flattert durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll die Ecken.
Menschen träumen schon,
wollen balde kommen.
Horch, von fern ein leiser Anklopfton!
Frühstück, ja Du bist’s!
Dich hab’ ich vernommen!

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Dieses Gedicht* hat einer meiner Vorfahren verfasst und er muss an die Arbeiter in unserem Fachwerkhaus gedacht haben (Später hat ein gewisser E. Mörike das als Vorlage genommen und ist damit berühmt geworden).

Auch wenn der Frühling bis jetzt nur auf dem Papier Einzug gehalten hat – frischer Wind weht jetzt auf der ganzen Baustelle.

Im März war „Methusalem Maus“ im Gottesdienst und hat schon ein bisschen berichtet. Das war natürlich nicht ich – mein Fell ist noch nicht wieder so, dass ich mich der Öffentlichkeit zeigen könnte. Deshalb habe ich ein Double geschickt – ihr Menschen könnt uns ja sowieso nicht unterscheiden.

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Aber an dieser Stelle möchte ich euch noch ein bisschen mehr berichten, was hier in der Weiherstraße so los ist.
Das schöne Eichenholz auf dem Boden, welches so gut roch, haben die Menschen leider unter einer hässlichen Platte versteckt. Erst später habe ich verstanden warum.

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Der Ausbau in den höheren Lagen des Hauses ist soweit gediehen, dass alles mit weißen Gipskartonplatten verkleidet ist. Außerdem wurden noch ein paar Barrieren eingebaut – dabei haben wieder einige Menschlein geholfen und tatkräftig angefasst.

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Ebenso viele sind durch die Räume gewirbelt und haben die Decken und Wände gestreichelt. Diese sehen jetzt wahlweise weiß oder sogar ein bisschen farbig aus – schick! Dafür waren ein paar meiner Menschen abends hier, sind von Raum zu Raum gewandert und haben ganz viel hin- und herüberlegt.

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Im Keller ist ebenfalls ein heimlich Gemach entstanden. Seit diese Wasserspiele da sind, ist das pinke Häuschen auf dem Vorplatz verschwunden.
Überhaupt ist es jetzt wieder etwas reinlicher. Im ganzen Haus haben ein paar meiner Leute Nester zusammengefegt – darin wohnen können sie wohl nicht, aber ich mache es mir ab und zu darin gemütlich (solange sie sie nicht wegräumen).

Aber auch hinter den Kulissen geht es weiter. In der Bauauslese wird über bunt bemaltes Papier gebeugt über etwas gesprochen, was noch gar nicht da ist. Diese Bilder müssen jetzt noch den richtigen Leuten genehm sein und dann kann es losgehen. Schon bald soll ein großes Loch gebuddelt werden – dann kann man auch von außen wieder sehen, dass es weiter geht. Da wartet wieder eine Menge aufregende Arbeit auf meine Menschen.


Ungeduldig auf den Frühling und auf den Beginn der Werkelei wartet euer

Methusalem Maus

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*Dies Gedicht ist den fleißigen Fütterern der Raubtiere … ehm … Menschen gewidmet, die auch eine Viertelstunde im Regen ausharren, bis sie jemand hört. Mein Tipp: Da die Kirchenglocke nur jede Stunde klingelt, immer gaaanz laut anklopfen. Dann hören die das irgendwann auch beim Sägen, Hämmern und Spökes machen?!

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